30 Claude-Prompts für Content, die tatsächlich brauchbare Ergebnisse liefern
Getestete Prompt-Vorlagen für Social Media, Newsletter, Website, SEO, Video und Analyse — mit Erklärung, warum sie funktionieren, und wie du sie auf deine Marke anpasst.
Prompt-Sammlungen gibt es viele. Die meisten scheitern daran, dass sie generisch sind: "Schreibe einen Instagram-Post über X" liefert eben genau das, was alle anderen auch bekommen.
Die folgenden Vorlagen stammen aus dem Tagesgeschäft. Sie sind bewusst länger, weil Länge hier Präzision bedeutet, und sie enthalten jeweils ein Qualitätskriterium — der Teil, den fast alle weglassen.
Grundstruktur, die allen Prompts zugrunde liegt
Bevor du kopierst: Jeder gute Prompt hat vier Teile. Rolle (wer antwortet), Kontext (Marke, Zielgruppe, Angebot), Aufgabe (was genau, welches Format, welche Länge) und Kriterium (woran erkennt man ein gutes Ergebnis). Fehlt der letzte Teil, bekommst du gefälliges Mittelmaß.
Setze außerdem einmalig deinen Markenkontext auf — wie das geht, steht im Claude-Projects-Tutorial.
Social Media
1. Content-Ideen aus echten Kundenfragen
Hier sind 20 Fragen, die uns Kundinnen und Kunden wirklich stellen: [Liste].
Leite daraus 20 Content-Ideen ab. Für jede Idee:
- Format (Reel, Karussell, Story, Text)
- Hook in maximal 8 Wörtern
- Kernaussage in einem Satz
- warum diese Idee für unsere Zielgruppe relevant ist
Sortiere nach erwartetem Nutzen für die Zielgruppe, nicht nach Reichweitenpotenzial.
Streiche jede Idee, die auch ein beliebiger Mitbewerber posten könnte.Der letzte Satz ist der wirksame Teil. Er zwingt zur Abgrenzung.
2. Karussell-Struktur
Erstelle ein 7-Slide-Karussell zum Thema [Thema] für [Zielgruppe].
Slide 1: Hook, der ein konkretes Problem benennt
Slide 2: warum die übliche Lösung nicht funktioniert
Slide 3-6: je ein umsetzbarer Schritt mit Beispiel
Slide 7: CTA
Pro Slide maximal 25 Wörter. Keine Emojis.
Schreib die Caption separat: 3 Sätze, ein CTA, 5 Hashtags auf Deutsch.3. Reel-Skript in 30 Sekunden
Schreibe ein Reel-Skript (30 Sekunden, ca. 75 Wörter) zu [Thema].
Aufbau:
0-3 s: Hook, der Widerspruch oder Überraschung enthält
3-8 s: Problem konkret machen
8-22 s: Lösung in 3 Schritten
22-30 s: CTA
Gib zusätzlich pro Abschnitt eine Bildidee an, die mit dem Handy umsetzbar ist.
Sprache: gesprochen, nicht geschrieben. Kurze Sätze.Website und SEO
4. SEO-Briefing statt SEO-Text
Erstelle ein Briefing für einen Artikel zum Suchbegriff "[Keyword]".
Liefere:
1. Suchintention in einem Satz
2. 8 Fragen, die der Artikel beantworten muss (als H2 formuliert)
3. pro Frage die Kernaussage der Antwort in 2 Sätzen
4. 10 verwandte Begriffe, die vorkommen sollten
5. 3 Aspekte, die typische Artikel zu diesem Thema auslassen
Schreib den Artikel noch nicht.Briefing zuerst, Text danach — das verbessert die Qualität deutlich mehr als jede Optimierung am Textprompt.
5. Bestehenden Text schärfen
Hier ist ein Text von uns: [Text].
1. Markiere alle Stellen, die inhaltsleer sind (Floskeln, Adjektive ohne Beleg).
2. Schreibe jede dieser Stellen konkret um — mit Zahl, Beispiel oder Verzicht.
3. Kürze den Gesamttext um 25 Prozent, ohne Information zu verlieren.
4. Nenne am Ende, was du entfernt hast und warum.Newsletter und E-Mail
6. Betreffzeilen mit Systematik
Schreibe 15 Betreffzeilen für eine E-Mail über [Inhalt].
Maximal 45 Zeichen. Kein Clickbait, keine Emojis.
Nutze diese Muster, je 3 Varianten:
Nutzen, Frage, Zahl, Einwand, Neugier.
Markiere die 3, die du für unsere Zielgruppe am stärksten hältst,
und begründe in je einem Satz.Weitere Sequenzvorlagen findest du im Artikel zur E-Mail-Automatisierung.
Analyse und Strategie
7. Wettbewerbsanalyse mit Substanz
Hier sind Website-Texte und Anzeigen von 3 Mitbewerbern: [Inhalte].
1. Welche Versprechen machen alle drei? (= austauschbares Terrain)
2. Welches Versprechen macht niemand? (= mögliche Lücke)
3. Welche Zielgruppe wird von allen ignoriert?
4. Formuliere 3 Positionierungsansätze für uns, die nicht kopierbar sind,
weil sie auf [unsere Besonderheit] aufbauen.
Sei kritisch: Wenn eine Lücke existiert, weil sie wirtschaftlich unattraktiv ist, sag das.8. Reporting in Klartext
Hier sind die Kampagnendaten des letzten Monats: [Daten].
Schreibe eine Zusammenfassung für eine Geschäftsführung ohne Marketing-Hintergrund:
- 3 Sätze Gesamtbild
- was besser wurde und warum
- was schlechter wurde und warum
- 3 konkrete Maßnahmen für den nächsten Monat, priorisiert
Keine Fachbegriffe ohne Erklärung. Keine Beschönigung.
Wenn die Datenbasis für eine Aussage zu klein ist, schreib das hin.Sprachmodelle rechnen nicht immer zuverlässig. Lass Kennzahlen entweder von der Tabelle berechnen oder verlange die Rechenschritte im Klartext, damit du sie prüfen kannst.
Die restlichen Vorlagen
Aus Platzgründen hier verkürzt — die Muster lassen sich leicht ableiten: Angebotstext aus Gesprächsnotizen, Einwandbehandlung für den Vertrieb, FAQ-Erstellung aus Support-Anfragen, Landingpage-Gerüst, Produktbeschreibungen für Shops, Pressetext, Stellenanzeige, Bildprompt-Generator, Redaktionsplan für 30 Tage, Kundenfeedback-Analyse, Testimonial-Aufbereitung, Skript für Verkaufsvideo, Umfrage-Auswertung, Namensfindung, Slogan-Varianten, Blog-Gliederung, YouTube-Beschreibung, LinkedIn-Beitrag, Google-Ads-Anzeigentexte, Retargeting-Botschaften, Onboarding-E-Mail und Jahresrückblick.
Für jede dieser Aufgaben gilt dieselbe Struktur: Rolle, Kontext, Aufgabe, Kriterium.
Wie du aus einem Prompt eine Vorlage machst
Ein Prompt wird erst dann wertvoll, wenn er wiederverwendbar ist. Drei Regeln dafür:
Platzhalter kennzeichnen. Alles, was sich ändert, in eckige Klammern. So sieht jeder sofort, was ausgetauscht werden muss.
Den Anwendungsfall dazuschreiben. Ein Satz reicht: "Für Anzeigentexte bei neuen Produkten, funktioniert schlecht bei erklärungsbedürftigen Dienstleistungen." Prompts ohne diesen Hinweis werden im Team nicht wiederverwendet, weil niemand weiß, wofür sie gedacht waren.
Die Version notieren, die funktioniert hat. Wenn ein Prompt nach einer Anpassung besser wird, ersetze die alte Fassung. Eine Sammlung mit fünfzehn Varianten desselben Prompts ist unbrauchbar.
Drei weitere Prompts, die den Alltag verändern
Einwandbehandlung für den Vertrieb
Häufigster Einwand in unseren Gesprächen: "[Einwand wörtlich]".
Entwickle 5 Antwortmöglichkeiten mit unterschiedlichem Ansatz:
Verständnis, Gegenfrage, Zahlenvergleich, Perspektivwechsel, Ehrlichkeit
(also: zugeben, wenn es zutrifft).
Pro Antwort: 2-3 Sätze in gesprochener Sprache.
Keine Verkaufsfloskeln. Kennzeichne die Antwort, die am ehesten
zu einem Gespräch auf Augenhöhe führt.Blogartikel in Social-Formate zerlegen
Hier ist unser Blogartikel: [Text oder Datei].
Erstelle daraus:
- 3 Reel-Skripte à 30 Sekunden zu je einem Teilaspekt
- 2 Karussells à 7 Slides
- 1 LinkedIn-Beitrag (max. 1.300 Zeichen, erste Zeile als Hook)
- 5 Story-Fragen für Umfragen
Jedes Format soll für sich stehen. Keine Wiederholung derselben Aussage
in unterschiedlicher Verpackung — jedes Stück greift einen anderen Aspekt auf.Google-Ads-Anzeigentexte
Erstelle Anzeigentexte für Google Ads zum Suchbegriff "[Keyword]".
15 Anzeigentitel (max. 30 Zeichen) und 4 Beschreibungen (max. 90 Zeichen).
Regeln:
- Der Suchbegriff kommt in mindestens 5 Titeln wörtlich vor.
- Mindestens 3 Titel nennen einen konkreten Vorteil mit Zahl.
- Mindestens 2 Titel behandeln einen Einwand.
- Keine Ausrufezeichen, keine Großschreibung ganzer Wörter.
Zähle die Zeichen und weise Überschreitungen aus.Der letzte Satz ist wichtig: Zeichenzahlen werden regelmäßig überschritten, wenn man nicht ausdrücklich danach fragt — und danach prüft.
Der Test, ob ein Prompt gut ist
Gib denselben Prompt einer Person im Team, die den Kontext nicht kennt. Wenn sie versteht, was herauskommen soll, ist der Prompt gut. Wenn sie nachfragen muss, fehlt genau die Information, die auch dem Modell fehlt.
Fazit
Gute Prompts sind kein Geheimwissen, sondern präzise Arbeitsanweisungen. Wer sie einmal sauber formuliert, speichert und im Team teilt, spart mehr Zeit als durch jedes zusätzliche Tool.
Der nächste sinnvolle Schritt ist die feste Wissensbasis: Claude Projects einrichten.
Häufige Fragen
Ja. Die Struktur aus Rolle, Kontext, Aufgabe und Qualitätskriterium funktioniert modellunabhängig. Unterschiede gibt es in Nuancen, etwa wie ausführlich Rückfragen gestellt werden.
In den meisten Fällen fehlt Kontext über die Marke. Ein perfekter Prompt ohne Markenwissen erzeugt perfekten Durchschnitt. Hinterlege Positionierung, Zielgruppen und Beispieltexte einmal fest, dann ändert sich das Ergebnis sofort.
Für deutschsprachige Ergebnisse auf Deutsch. Die Modelle arbeiten mehrsprachig, und ein deutscher Prompt vermeidet, dass englische Satzmuster in die Ausgabe rutschen.
In einem geteilten Dokument oder direkt in einem Projekt, gegliedert nach Anwendungsfall, mit einem Satz dazu, wann der Prompt gut funktioniert hat. Prompts ohne Anwendungskontext werden nicht wiederverwendet.